Ja, das Knien gehört zur katholischen Messe, doch die Kirche hat seit jeher lokale Bräuche und die Gesundheit der Gläubigen berücksichtigt. Die Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch weist die Gläubigen an, bei der Wandlung zu knien, und viele knien während des Eucharistischen Hochgebets; in manchen Regionen und für diejenigen, die nicht knien können, bleibt das Stehen jedoch eine legitime Haltung.
Wann knien Katholiken in der Messe?
Der wichtigste Moment für das Knien ist die Wandlung, wenn Brot und Wein zum Leib und Blut Christi werden. Die meisten Katholiken knien auch während des Eucharistischen Hochgebets, beim Agnus Dei (Lamm Gottes) und in vielen Ländern vor dem Kommunionempfang. Das Knien drückt Anbetung und Ehrfurcht vor der wirklichen Gegenwart Christi in der Eucharistie aus.
Was sagt die Allgemeine Einführung?
Die Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch bestimmt, dass die Gläubigen bei der Wandlung "knien sollen", sofern nicht Gesundheit, Platzmangel oder andere Umstände dies verhindern. Sie legt außerdem fest, dass die Gläubigen zum Evangelium stehen und während der Lesungen und der Predigt sitzen. Die Haltung vor und nach der Wandlung wird von der Bischofskonferenz des jeweiligen Landes festgelegt. Das Knien im Lauf der Geschichte: Jahrhundertelang war das Knien die vorherrschende Haltung der Gläubigen in der Messe, besonders nach dem Mittelalter, als die Anbetung der Eucharistie zunahm. Die Liturgiereform der 1960er-Jahre erlaubte mehr Stehen, und viele Konferenzen übernahmen das Stehen während des Eucharistischen Hochgebets außer bei der Wandlung. Heute ist die Praxis unterschiedlich: In einigen Ländern kniet man während des gesamten Eucharistischen Hochgebets, in anderen steht man und kniet nur bei den Einsetzungsworten. Regionale Unterschiede: In Polen knien die Gläubigen traditionell während des gesamten Eucharistischen Hochgebets und bei der Kommunion. In den Vereinigten Staaten ist das Knien während des Eucharistischen Hochgebets üblich. In Frankreich und Teilen Europas steht man häufiger, außer bei der Wandlung. All dies ist legitim, denn die Kirche überlässt die Entscheidung der örtlichen Bischofskonferenz. Knien und Kommunionempfang: Die Kommunion kniend oder stehend zu empfangen, wird von der Kirche gleichermaßen anerkannt. Der Kommunikant soll sie ehrfürchtig empfangen, auf die Zunge oder in die Hand, je nach Norm der örtlichen Konferenz. Entscheidend ist die Haltung des Herzens; die Körperhaltung ist ein Zeichen dieser inneren Ehrfurcht.
Was, wenn jemand nicht knien kann?
Niemand ist zum Knien verpflichtet, wenn es körperlich unmöglich ist. Ältere, kranke und schwangere Gläubige dürfen sitzen bleiben oder stehen, und der Priester wird niemals eine unmögliche Haltung verlangen. Die Kirche erlaubt diese Situationen ausdrücklich. Ehrfurcht lässt sich auf viele Weisen zeigen, und Gott schaut auf das Herz. Praktische Hinweise für Pfarreien: Pfarreien sollten die Weisungen ihrer Bischofskonferenz befolgen und die Gründe für die Haltungen vermitteln, damit die Gläubigen mit Verständnis teilnehmen. Eine einheitliche Haltung in der Gemeinde ist ein Zeichen der Einheit, Ausnahmen aus gesundheitlichen Gründen werden jedoch stets respektiert. Wenn Sie eine Kirche oder Kapelle vorbereiten, tragen unsere Gewänder und Altarwäsche dazu bei, einen ehrfürchtigen Rahmen für die Liturgie zu schaffen.
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